Allgemein · Gedacht · Kollegium · Reflexion · Religion · Schule · Unterricht · Vorbereitungsdienst

Geschützt: Tagebuchbloggen II – Von Unterrichtsbesuchen und dem Drumherum.

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Advertisements
Allgemein · Gedacht · Reflexion · Vorbereitungsdienst

Liebes Zukunfts – Ich.


Liebes Zukunfts-Ich.

Einen Brief an dich zu schreiben, das fühlt sich merkwürdig an. Merkwürdig, weil ich, die ich jetzt schreibe, noch gar nicht weiß, wie es nach – und auch in – diesen 18 Monaten aussehen wird. Wenn du das allerdings in 18 Monaten liest – herzlichen Glückwunsch, du hast dein Referendariat geschafft! Ich glaube, das ist erstmal ein Grund zu feiern. Und ich wünsche mir, dass der Grund vor allem Stolz ist. Und nicht Erleichterung.

Im Augenblick bin ich so voller Spannung und Erwartungen, ich weiß gar nicht, wohin mit mir. Ich hoffe, du bist immer noch so. So voller Leben. Voller Ideen. Voller Vorfreude auf das, was wohl kommen mag. Auch wenn sich nach den 18 Monaten als Referendarin sicher wieder einiges verändern wird. Aber das Leben ist nun einmal Veränderung – und das ist auch gut so.
Ich sitze hier und weiß noch gar nicht, wie die nächste Woche beginnen wird. Ob ich mit meinen Klassen klar komme, wie mein Stundenplan überhaupt aussieht, wie die Arbeitspläne aussehen und alles, was sonst noch zu Unterricht dazu gehört. Das macht mir aber wenig Sorge. Auch du, Zukunfts – Ich, bist hoffentlich noch genauso entspannt, wie ich es jetzt bin. Du und ich – wir sind flexibel. Wir haben kein Problem damit, spontan zu sein. Hoffentlich bist du auch in der Zukunft so, denn das ist eine gute Eigenschaft.

Es ist aufregend, es ist spannend, und es ist auch beängstigend. Die Organsisation ist es, die mir tatsächlich Sorgen bereitet und die ich am Liebsten jetzt schon hinter mir hätte. Ein Jahr, 15 Unterrichtsbesuche (plus 2 dank Qualifikation), schriftliche Arbeit, Kolloquium, Kompetenzentwicklungsaufgabe und nebenbei den normalen Unterricht schmeißen. Das klingt nach viel, und es ist auch viel. Würdest du das im Rückblick auch sagen, Zukunfts – Ich? Oder ist es in der Rückschau anders? Der Berg an Neuem erscheint gerade sehr groß, und der Organisationsaufwand riesig. Du, du bist am Ende angelangt. Du hast diesen Berg schon bezwungen, die Organisation gemeistert und bist – hoffentlich entspannt – auf der anderen Seite angelangt. Ich weiß, dass wir das schaffen werden. Du. Und ich.
Doch im Augenblick wirkt das noch so weit entfernt. Der Weg so lang. Die Organisation als riesige Hürde davor. War es leicht, im Nachhinein, liebes Zukunfts – Ich? Oder war es ein Kampf? Ich und du, wir mögen sowas eigentlich. Sich organisieren. Etwas Neues lernen. Sich weiterentwickeln. Ich hoffe, das bleibt. Auch nach den 18 Monaten.

Liebes Zukunfts – Ich. Mein Brief an dich ist fast vorbei. Auch wenn die Gedanken an die Zukunft manchmal so übermächtig scheinen – irgendwann ist auch die Zukunft Teil der Vergangenheit. Und du denkst hoffentlich an meinen Brief. Und lächelst. Weil du zufrieden bist. Mit deinem Vorbereitungsdienst. Mit den vergangenen 18 Monaten. Mit dir.

Liebes Zukunfts – Ich. Wir sehen uns bald. Ich freue mich darauf.


 

Allgemein · Kollegium · Schule

Ein kleines Dankeschön.

Da ich Ende nächster Woche meine jetztige Schule verlassen werde, habe ich zwei Packungen Merci vorbereitet – als kleines Dankeschön mit zu meinen Kollegen passenden „Danke für“ Aufschriften.

Die Idee habe ich so ähnlich auf Instagram gefunden: grundschul_ideenwiese

Die Druckvorlage passend für eine 20er Schachtel Merci findet ihr wie immer hier:
Mercivorlage.
Einfach ausdrucken und wie ein halbes Geschenk um den unteren Teil des Merciriegels kleben 🙂

Falls jemand andere Sachen haben möchte, einfach melden! Gilt ebenso wie für die Blanko Vorlage 😉

img_20180121_16515136749500.jpg

Allgemein · Ferien

Ferienmodus?

Auch wenn ich es noch gar nicht so recht glauben kann – die Ferien sind da, und ich fühle mich – noch müder als vorher. Vielleicht liegt es an den vielen Dingen, die in meinem Alltag passieren, vielleicht an der Struktur, die ich im Augenblick nicht habe – ich kann noch nicht so richtig runter fahren. Ich bin immer noch in einem sehr unguten Schlaf- Wach Rhythmus gefangen, der mich und meine Mitmenschen zum Wahnsinn treibt: An Schlaf ist für maximal 5 Stunden zu denken und ich wache gerädert wie sonst was auf; dafür werde ich nachmittags so müde, dass weder Kaffee noch Bewegung hilft und ich eigentlich nur noch schlafen will – was natürlich meinem grundsätzlichem nächtlichen Schlafproblem nicht zuträglich ist.

Wer mich auf Twitter verfolgt, weiß um meine letzte, anstrengende Schulwoche und das darauf folgende Wochenende mit Schützenfest und allem was dazu gehört – auch das trägt natürlich nicht zu einem geregeltem Schlafrhythmus bei; aber daran bin ich zum Großteil selbst schuld 😉

Ich glaube, ich brauche noch etwas Zeit, bis der Ferienmodus voll und ganz bei mir Einzug hält – bis dahin begnüge ich mich damit, wieder in einen Ferienalltag rein zu finden, der mir Erholung und Ruhe gleichermaßen bietet… irgendwann. Solange wird es hier erstmal still – ich brüte über einen Beitrag zur Organisation von Dateien, neuen Materialien für die kleinen Monsterchen, einige Vorlagen für einen Orga – Schuber den ich gerne im Lehrerzimmer platzieren will und und und… dennoch – erst einmal zur Ruhe kommen. Abschalten. Ferien machen. Irgendwie.

Allgemein · Gedacht · Gehört · Schule

Besuch in der Vergangenheit.

Ich war in meiner Herzensstadt – Hamburg.

Ich mag den nordischen Wind, der einen so schön durchpustet, die Freunde von da, die von norddeutsch – kühl bis Berlinerschnauze reichen und alles, was mich mit dem Großteil meines Erwachsenenlebens von dort verbindet. Dazu gehört auch – meine erste Schule. Die Schule, an der ich für 2 1/2 Jahre einen Lehrauftrag hatte; erst einige wenige Stunden, später auch die Koordination mit allem drum und dran. Ich habe mich dort ausprobiert, gleichzeitig Verantwortung für Diagnostik, Förderung und Behördenangelegenheiten übernommen – und für die anderen. Kurz gesagt – ich habe viel gelernt in dieser Zeit.

Und mein Ferienbesuch in Hamburg zog mich genau dort hin zurück. Zurück zu dieser Schule, zu diesen Kollegen und Kolleginnen, zur Leitung ebenso wie zum Sekretariat.

Was soll ich sagen? In dem halben Jahr hat sich (natürlich!) nichts geändert. Das Kollegium ist weiterhin in Grüppchen zersplittert, die sich gegenseitig – und die Leitung – anzicken. Der Ton ist rau – und sarkastisch. Aus jedem gesprochenen Wort trieft die Ironie, der Sarkasmus; und kaum jemand meint auch nur das kleinste bisschen Ernst.

Daneben treffe ich auf eine recht entmutigt wirkende stellvertretende Leitung, die mir, ebenso wie der Chef der Bande, defintiv Leid tut. Sie wollen Veränderungen – und kämpfen gegen Windmühlen. Die wenigen Kolleginnen, die ich auch persönlich gut kennen gelernt habe, sagen mir, das es schwierig ist. Sehr schwierig. Der Lehrer, der meinen Job übernommen hat, ist seit einigen Wochen krank geschrieben – wegen Überforderng (ist ja auch nicht so, als hätte er gesagt, er wüsste nicht, ob das nicht zu viel sei…). Was soll ich dazu sagen?

Ich könnte sagen: Ich habs euch ja gesagt. Ich wusste es. Ich habe es geahnt. Was erwartet ihr? Niemand hier will Veränderungen. Niemand hier ist bereit, auch nur einen kleinen Kompromiss einzugehen. Niemand will auch nur das kleinste bisschen von seinem eigenen Weg abweichen. Schließlich haben die das immer schon SO gemacht. Ich könnte euch ungläubigen Sarkasmus entgegen schleudern.

Aber dann wäre ich wie ihr. Und so will ich nicht sein.

Stattdessen höre ich zu. Und ich erzähle von mir. Erzähle, das mein Opa gerade einen Schlaganfall hatte, wie sehr mich das beschäftigt und auch, wie gut es mir in diesem neuen Kollegium im Ruhrgebiet geht, wie gut ich es finde, das sie etwas ändern wollen und wie viel Kraft ich ihnen für diese Veränderungen wünsche.

Und dann… dann gehe ich. Und hoffe für sie alle, das es besser wird.

Gehört · Schule · Unterricht

Kinderweltsicht

 

Heute:

„Fordergruppe“ mit den Erstklässlern.

In der ersten Klasse habe ich einmal in der Woche eine Fordergruppe von Kindern, die besonders weit bisher im Schreiben und Lesen sind. Sie bekommen kreativitätsanregende Bilder zum freien Schreiben, kleine, motivierend illustrierte Texte zum Lesen und generell ganz viel zu tun – ist ja auch die Fordergruppe.

Sie sind viele, sie sind klein, sie sind süß und sie sind verwirrt. Während der Großteil leise an den verschiedensten Masterialien arbeitet, ist in meiner Nähe leises Gemurmel zu hören.

Lena: „M wie.. Mmmmmaus.“

Anna: „M wie Mario!“

Lena nickt ernsthaft und malt ein wunderschönes, großes M, während Anna den Namen Mario schreibt und vor sich hinplappert.

Anna: „M wie Mario. Du Frau Stier, meine Mama, die mag Mario auch. Aber der mag sie nicht; der Mario ist nämlich in meinen Papa verliebt.“

Lena blickt interessiert auf. „Will dein Papa den Mario denn auch heiraten?“ Justus, der bis eben noch friedlich an einem netten kleinen Bild für seine Mama gearbeitet hat, runzelt die Stirn und mischt sich ein. „Geht das denn?“ Er sieht mich mit großen interessierten Augen an und Lena übernimmt das Antworten für mich. „Na klar! Dann hat Anna halt zwei Papis. Das geht auch bei Mamis, oder Frau Stier?“ Ich nicke und Justus lächelt. „Dann will ich auch zwei Papas!“ kräht er fröhlich und beginnt, neben seinen Papa noch einen Mann zu malen.