Monsterrechenkartei

Da einige meiner Erstklässler immer noch Schwierigkeiten mit dem Zahlenraum bis 10 haben, hab ich eine kleine Rechenkartei erstellt. Dank Frau Pinguin von Twitter habe ich mir nun endlich den Worksheet Crafter geholt – und ich liebe es, damit Arbeitsblätter zu erstellen!

Daher hier einmal die Vorschau:

Und hier einmal der Link

Ich hoffe, jemand kann das gebrauchen 🙂

Besuch in der Vergangenheit.

Ich war in meiner Herzensstadt – Hamburg.

Ich mag den nordischen Wind, der einen so schön durchpustet, die Freunde von da, die von norddeutsch – kühl bis Berlinerschnauze reichen und alles, was mich mit dem Großteil meines Erwachsenenlebens von dort verbindet. Dazu gehört auch – meine erste Schule. Die Schule, an der ich für 2 1/2 Jahre einen Lehrauftrag hatte; erst einige wenige Stunden, später auch die Koordination mit allem drum und dran. Ich habe mich dort ausprobiert, gleichzeitig Verantwortung für Diagnostik, Förderung und Behördenangelegenheiten übernommen – und für die anderen. Kurz gesagt – ich habe viel gelernt in dieser Zeit.

Und mein Ferienbesuch in Hamburg zog mich genau dort hin zurück. Zurück zu dieser Schule, zu diesen Kollegen und Kolleginnen, zur Leitung ebenso wie zum Sekretariat.

Was soll ich sagen? In dem halben Jahr hat sich (natürlich!) nichts geändert. Das Kollegium ist weiterhin in Grüppchen zersplittert, die sich gegenseitig – und die Leitung – anzicken. Der Ton ist rau – und sarkastisch. Aus jedem gesprochenen Wort trieft die Ironie, der Sarkasmus; und kaum jemand meint auch nur das kleinste bisschen Ernst.

Daneben treffe ich auf eine recht entmutigt wirkende stellvertretende Leitung, die mir, ebenso wie der Chef der Bande, defintiv Leid tut. Sie wollen Veränderungen – und kämpfen gegen Windmühlen. Die wenigen Kolleginnen, die ich auch persönlich gut kennen gelernt habe, sagen mir, das es schwierig ist. Sehr schwierig. Der Lehrer, der meinen Job übernommen hat, ist seit einigen Wochen krank geschrieben – wegen Überforderng (ist ja auch nicht so, als hätte er gesagt, er wüsste nicht, ob das nicht zu viel sei…). Was soll ich dazu sagen?

Ich könnte sagen: Ich habs euch ja gesagt. Ich wusste es. Ich habe es geahnt. Was erwartet ihr? Niemand hier will Veränderungen. Niemand hier ist bereit, auch nur einen kleinen Kompromiss einzugehen. Niemand will auch nur das kleinste bisschen von seinem eigenen Weg abweichen. Schließlich haben die das immer schon SO gemacht. Ich könnte euch ungläubigen Sarkasmus entgegen schleudern.

Aber dann wäre ich wie ihr. Und so will ich nicht sein.

Stattdessen höre ich zu. Und ich erzähle von mir. Erzähle, das mein Opa gerade einen Schlaganfall hatte, wie sehr mich das beschäftigt und auch, wie gut es mir in diesem neuen Kollegium im Ruhrgebiet geht, wie gut ich es finde, das sie etwas ändern wollen und wie viel Kraft ich ihnen für diese Veränderungen wünsche.

Und dann… dann gehe ich. Und hoffe für sie alle, das es besser wird.

Kleine Monsterchen und die Reflexion.

Meine kleinen Monster haben nun jeden Tag die Gelegenheit, neben unsere übliche Einstiegsrunde mit der Frage „Wie geht es dir?“, auch noch in der Reflexionsrunde ihre Meinung kund zu tun – und ihre Arbeitsergebnisse zu reflektieren.

Hierfür habe ich wieder Grafiken von Laura Strickland genutzt. Erfahrungsgemäß nach ca. 2 Monaten Gebrauch lässt sich sagen: Meine kleinen Erstklässler lernen sehr schnell 😉 Besonders beliebt ist das lila Monster mit der Lupe – wir haben es liebevoll den „Rechtschreibdedektiv“ getauft – so lernen auch schon die Kleinen, dass man durchaus mal auf die eigene Rechtschreibung achten kann. Ich habe die Karten einlaminiert und mit Magneten versehen, sodass sie an unserer Tafel kleben bleiben.

Deshalb gibt es einmal hier den Link zu den Monsterreflexionskarten.

Von wehmütigen Erinnerungen & das kleine Glück der Gegenwart.

Ein Telefonat mit meiner ehemaligen Lieblingkollegin F., eine SMS von der ehemaligen Kollegin N. und ich fühle mich wieder nach Hamburg zurück versetzt.

Hamburg- meine Herzensstadt, wie es sie nur einmal gibt und geben wird. Ich liebe die Stadt und vor allem die Leute, die ich dort kennen gelernt habe. Ein besonderer Schlag Menschen, den ich manchmal ebenso vermisse wie den Hauch von Salz in der Luft, den Wind und das Nordische an sich.

F. erzählt von ihrer Schule (unsere Wege haben sich beruflich bereits 2015 getrennt), an der das reinste Chaos herrscht: Sie fahren weit unter der benötigten Stundenanzahl, ständig sind Kollegen krank und die Führung fehlt aktuell ebenfalls bereits seit mehreren Wochen. Sie will sich gern versetzten lassen und hat in zwei Wochen ein wichtiges Gespräch dafür.

N. schreibt von ihrem aktuellen Fall, einem Erstklässler, der ihr den gesamten Unterricht zu sprengen droht und von der fehlenden Unterstützung der Kollegen; die wahrscheinlich einfach froh sind, dass sie selbst nicht so einen Fall in ihrer Klasse haben – und die wahrscheinlich die Zeit dann doch viel eher dazu nutzen, sich gegenseitig anzugiften.

Ich höre und lese das – und bin mit einem Mal sehr dankbar.

Dankbar, dass ich an einer Schule bin, an der man sich gegenseitig unterstützt.

Dankbar, dass meine Kollegen ebenso wie meine Schulleitung absolut und hundert Prozent hinter mir stehen.

Dankbar, dass meine Kollegen all das sind, was ich mir von einem tollen Arbeitsplatz wünsche. Dass sie trotz all des Alltagsstresses immer ein offenes Ohr für jeden haben, nicht lästern oder giften, immer ehrlich und vor allem – menschlich sind.

Dankbar, dass ich jeden Tag glücklich in diesem Kollegium bin.

 

Kleine Monsterchen und die Freiarbeit.

Heute gibt es die ersten selbst erstellten Materialien von mir für meine kleinen Monsterchen – die Erstklässler 😉

Gerade meine Erstklässler fahren total auf Belohnungen ab – und seien sie noch so klein. Außerdem findet unser kuscheliger Kleingruppenunterricht im Förderraum statt – Offene Regale für Deutsch und Mathe haben einen Aufforderungscharakter, dem kleine Kinderhände kaum widerstehen können.* Da diese Materialien aber gerade in der Buchstabenzeit nur sehr begrenzt zu gebrauchen sind, kam mir die Idee, einen Teil dieser Materialien für die kleinen Monster (aka Erstklässler) als Freiarbeitsmaterial zu Verfügung zu stellen, wenn sie mit ihren Seiten fertig sind, gerade nichts zu tun haben usw.

Bei der lieben Gille vom lernstübchen habe ich nach etwas Recherche diese tollen Freiarbeitsgutscheine entdeckt: Freiarbeitsgutscheine von Gille.
Die waren für meine Bedürfnisse allerdings noch nicht ganz das Richtige – daher hab ich mir dann selbst welche erstellt und online ganz tolle Monsterillustrationen** gefunden, die sich perfekt für meine Zwecke eignen und die den kleinen Monstern sehr gut gefallen.

Daher gibt es heute meine „Monsterfreiarbeitskarten“ zum Downloaden. Ich hoffe, ihr könnt sie genauso gut gebrauchen wie ich.

Hier findet ihr den Link dazu.

P.S.: Wenn jemand Interesse an der Blankoversion hat – gerne melden, ich schick sie dann per Mail zu.

*Wobei dieser Aufforderungscharakter nach dreimonatiger Eingewöhnungszeit bei den meisten Kindern abnimmt – mal abgesehen von Robin, der seine Finger nie von etwas lassen kann 😉

** hier Clip Art for Teachers

Kinderweltsicht

 

Heute:

„Fordergruppe“ mit den Erstklässlern.

In der ersten Klasse habe ich einmal in der Woche eine Fordergruppe von Kindern, die besonders weit bisher im Schreiben und Lesen sind. Sie bekommen kreativitätsanregende Bilder zum freien Schreiben, kleine, motivierend illustrierte Texte zum Lesen und generell ganz viel zu tun – ist ja auch die Fordergruppe.

Sie sind viele, sie sind klein, sie sind süß und sie sind verwirrt. Während der Großteil leise an den verschiedensten Masterialien arbeitet, ist in meiner Nähe leises Gemurmel zu hören.

Lena: „M wie.. Mmmmmaus.“

Anna: „M wie Mario!“

Lena nickt ernsthaft und malt ein wunderschönes, großes M, während Anna den Namen Mario schreibt und vor sich hinplappert.

Anna: „M wie Mario. Du Frau Stier, meine Mama, die mag Mario auch. Aber der mag sie nicht; der Mario ist nämlich in meinen Papa verliebt.“

Lena blickt interessiert auf. „Will dein Papa den Mario denn auch heiraten?“ Justus, der bis eben noch friedlich an einem netten kleinen Bild für seine Mama gearbeitet hat, runzelt die Stirn und mischt sich ein. „Geht das denn?“ Er sieht mich mit großen interessierten Augen an und Lena übernimmt das Antworten für mich. „Na klar! Dann hat Anna halt zwei Papis. Das geht auch bei Mamis, oder Frau Stier?“ Ich nicke und Justus lächelt. „Dann will ich auch zwei Papas!“ kräht er fröhlich und beginnt, neben seinen Papa noch einen Mann zu malen.